Nebenwirkung: Unkontrollierte Muskelbewegungen (Dyskinesie)
Was sind unkontrollierte Muskelbewegungen (Dyskinesie)?
Unkontrollierte Muskelbewegungen, auch als Dyskinesie bezeichnet, sind plötzliche und spontane Muskelbewegungen, die der Betroffene nicht kontrollieren kann. Diese Bewegungen können an verschiedenen Körperstellen auftreten, darunter im Gesicht, an den Armen, Beinen und am Oberkörper. Die Bewegungen können leicht oder schwerwiegend sein und die täglichen Aktivitäten sowie die Lebensqualität des Patienten beeinträchtigen.
Wie äußern sich unkontrollierte Muskelbewegungen (Dyskinesie)?
Das Erscheinungsbild und das Empfinden unkontrollierter Muskelbewegungen können je nach Art und Schweregrad der Bewegungsstörung variieren.
Dyskinesien können sich wie folgt äußern:
- Chorea (ruckartige und unregelmäßige Bewegungen)
- Dystonie (abnormale Körperhaltungen)
- Myoklonus (plötzliche Muskelkontraktionen)
- Tremor (rhythmisches Zittern).
Einfache Bewegungen, wie Zuckungen oder Ruckbewegungen, können schnell und kurz sein, während komplexe Bewegungen, wie Chorea oder Dystonie, länger anhaltende oder verdrehende Bewegungen beinhalten können. Die Bewegungen können schmerzhaft sein, Unbehagen verursachen und die täglichen Aktivitäten beeinträchtigen.
Wer ist von unkontrollierten Muskelbewegungen (Dyskinesie) betroffen?
Unkontrollierte Muskelbewegungen können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, darunter:
- neurologische Erkrankungen
- Nebenwirkungen von Medikamenten
- Stoffwechselstörungen
- Infektionen
Bei Krebspatienten können unkontrollierte Muskelbewegungen mit behandlungsbedingten Komplikationen wie strahleninduzierter Dystonie und Nebenwirkungen von Medikamenten sowie mit Hirntumoren oder Metastasen im Gehirn in Verbindung stehen, sofern die Lage des Tumors das motorische System des Gehirns beeinträchtigt.
So beugen Sie unkontrollierten Muskelbewegungen (Dyskinesien) vor
Zur Vorbeugung unkontrollierter Muskelbewegungen bei Krebspatienten gehört die sorgfältige Überwachung der Medikamenteneinnahme des Patienten sowie die Ermittlung etwaiger Medikamente, die zur Entstehung von Bewegungsstörungen beitragen könnten.
Manche Patienten reagieren möglicherweise empfindlich auf Medikamente gegen Übelkeit, wie beispielsweise prochlorperazine (Compazine®), promethazine (Phenergan®) oder metoclopramide (Reglan®). Wichtig ist: Wenn diese Medikamente gegen Übelkeit unkontrollierte Muskelbewegungen verursachen, lassen sich diese oft schnell durch die Einnahme einer Kapsel diphenhydramine (Benadryl®) als Gegenmittel beheben.
Eine Anpassung der Dosierung oder der Wechsel zu einem anderen Medikament kann erforderlich sein, um Bewegungsstörungen zu verhindern oder zu minimieren.
Behandlung unkontrollierter Muskelbewegungen (Dyskinesie)
Die Behandlung unkontrollierter Muskelbewegungen hängt von der zugrunde liegenden Ursache und dem Schweregrad der Bewegungsstörung ab.
- Bei Patienten mit einer durch Chemotherapie verursachten peripheren Neuropathie kann die Einnahme bestimmter Medikamente wie Gabapentin, Pregabalin oder Duloxetin zur Linderung der Symptome beitragen.
- Auch andere Medikamente wie Benzodiazepine, Antipsychotika und Antiepileptika können verschrieben werden, um die Symptome zu lindern.
- Bei Patienten mit strahlungsbedingter Dystonie können Botulinumtoxin-Injektionen eingesetzt werden, um bestimmte Muskelgruppen gezielt zu behandeln und unwillkürliche Bewegungen zu reduzieren.
- In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um einen Tumor oder eine Läsion zu entfernen, die die Dyskinesie verursacht.
- Nichtmedikamentöse Ansätze wie Physiotherapie, Ergotherapie und Entspannungstechniken können empfohlen werden, um motorische Defizite besser bewältigen zu können.
Literaturverzeichnis
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2. Marsili L, Vogrig A, Colosimo C et al. Bewegungsstörungen in der Onkologie: Von klinischen Merkmalen zu Biomarkern. Biomedicines 2021;10(1):26.
Erstellt: 19. Mai 2024 Aktualisiert: 19. Mai 2024
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