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Nebenwirkung: Gedächtnisverlust/„Chemo-Brain“

Was ist Gedächtnisverlust/„Chemo-Brain“?

Unter Gedächtnisverlust versteht man die Unfähigkeit, sich an zuvor erlernte Informationen oder Ereignisse zu erinnern. Er kann durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, darunter neurologische Erkrankungen, Kopfverletzungen oder Alterungsprozesse. Bei Krebspatienten wird dieser Zustand häufig als „Brain Fog“, „Chemo-Brain“ oder krebsbedingte kognitive Beeinträchtigung bezeichnet.

Wie äußert sich Gedächtnisverlust/Chemo-Brain?

Gedächtnisverlust kann sich auf unterschiedliche Weise äußern, beispielsweise durch das Vergessen kürzlich erfolgter Ereignisse, Schwierigkeiten beim Abrufen von Namen oder Wörtern oder den Verlust des Zeitgefühls. Weitere Anzeichen und Symptome können sein:

  • Eine größere Unorganisiertheit als gewöhnlich
  • Verwirrung
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schwierigkeiten beim Erlernen neuer Fähigkeiten
  • Schwierigkeiten beim Multitasking
  • Gefühl geistiger Benommenheit
  • Es dauert länger als gewöhnlich, Routineaufgaben zu erledigen

Gedächtnisverlust/„Chemo-Brain“

Zum Vergrößern bitteMemory Loss/Chemo Brain
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Wer ist von Gedächtnisverlust/„Chemo-Brain“ betroffen?

Studien schätzen, dass bis zu 75 % der Patienten, die sich einer Krebsbehandlung unterziehen, irgendeine Form kognitiver Veränderungen erleben. Bei der Mehrheit der Patienten sind diese Veränderungen subtil und können verschiedene Ursachen haben. Die Krebsdiagnose selbst ist oft mit Stress verbunden, was sich auf das Gedächtnis auswirken kann. Hat der Krebs bereits Metastasen im Gehirn gebildet, kann dies ebenfalls zu Beeinträchtigungen der kognitiven Funktionen führen. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass bestimmte Krebsbehandlungen – darunter Knochenmarktransplantationen, Chemotherapie, Hormontherapie, Immuntherapie und Bestrahlung – das Risiko für Gedächtnisverlust erhöhen. Schließlich können auch Komplikationen infolge der Behandlung wie Anämie, Dehydrierung und Erschöpfung negative Auswirkungen auf die Gehirnfunktion haben.

Wie lange hält dies an?

Gedächtnisverlust infolge einer Krebsbehandlung kann je nach Person mehrere Monate bis mehrere Jahre andauern, doch die meisten Patienten fühlen sich nach Beendigung der Behandlung oder bei einer Dosisanpassung wieder normal.

Wie lässt sich Gedächtnisverlust/„Chemo-Brain“ vorbeugen?

Leider gibt es keine bekannte Möglichkeit, die kognitiven Veränderungen zu verhindern, die während einer Krebsbehandlung auftreten können. Regelmäßige körperliche Bewegung, eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren, ausreichend Schlaf sowie geistige Aktivität sind jedoch gute Maßnahmen, um die allgemeine Gedächtnisfunktion zu verbessern.

Wie lassen sich Gedächtnisverlust und „Chemo-Brain“ behandeln?

Die Behandlung von Gedächtnisverlust bei Krebspatienten kann eine Herausforderung darstellen, da sie oft einen multidisziplinären Ansatz erfordert. Es gibt keine einheitliche Behandlung, die für alle geeignet ist, doch zu den Ansätzen, die hilfreich sein können, gehören kognitive Rehabilitationstherapie, Medikamente und Maßnahmen zur Änderung des Lebensstils.
Zu den Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Gedächtnisprobleme besser zu bewältigen, gehören die Planung Ihres Tages, die Etablierung von Routinen, ausreichend Schlaf, körperliche Bewegung, eine gesunde Ernährung sowie das Trainieren Ihres Gehirns durch Rätsel oder ähnliche Aktivitäten.

Literaturverzeichnis

1) Magnuson A, Ahles T, Chen BT et al. Kognitive Funktionen bei älteren Erwachsenen mit Krebs: Beurteilung, Management und Forschungsmöglichkeiten. J Clin Oncol 2021;39(19):2138–2149

2) Janelsins MC, Kesler SR, Ahles TA und Morrow GR. Prävalenz, Mechanismen und Behandlung krebsbedingter kognitiver Beeinträchtigungen. Int Rev Psychiatry 2014;26(1):102–113

3) Ahles TA, Root JC und Ryan EL. Krebs- und krebsbehandlungsbedingte kognitive Veränderungen: Ein Überblick über den aktuellen Stand der Forschung. J Clin Oncol 2012;30(30):3675–3686

Erstellt: 18. Januar 2024 Aktualisiert: 21. Februar 2024